Erster Kontakt - erste Freundschaft
Die ersten Versuche starteten im Jahre 2000 als die ersten DSL-Leitungen und Flatrates auf den Markt für erschwingliches Geld zu haben waren. Damals stellte ich mit Hilfe eines Freunde (Die sind beim Linuxumstieg wahres Gold wert!) einen Computer auf, der als Router fungierte. Früher gab es keine Hardwarerouter, welche von Studiebudget bezahlbar wären. Serverseitige Dienstleistungen sind unter Linux (damals Mandrake) nicht sehr kompliziert und sie laufen ohne ständige Neustarts. Windows 98 oder schlimmer Windows Me waren keinen Alternativen - NT und Win2k auf einem 486er ... neeee!!! Damit hatte Linux bei mir schon mal den Fuß in der Tür.
Da ich zu der Zeit immer wieder gerne an Webseiten baute und dann auch während des Studiums ein Job in der Branche hatte, lernte ich die Serverdienste wie Apache (mit PHP) und MySQL kennen. Ich merkte: Jippy! Linux scheint als Server prima zu sein - vielleicht auch als Client-Rechner?
Aber ich wurde herbe enttäuscht - die Hälfte meiner Hardware funktionierte nicht, alles war in englisch (was ich bis heute als nicht besonders chick halte!) und mir fehlten meine Programme... Linux sah auch etwas komisch aus - jede X-Anwendung konnte aussehen, wie es ihre gefiel... Tastatursteuerungen, ShortCuts und Mausbedienung, waren überall unterschiedlich - einfach grausam! Ich hätte also nicht nur ein neues OS, sondern auch noch die Bedienung eines jeden Programms neu erlernen müssen. Da war Windows schon ein paar Schritte weiter... Die Fenster waren fast alle gleich... die Nutzerführung hatte ein einheitliches Konzept und so konnte ich mich auch in einer neuen Anwendung recht schnell zu recht finden.
Also war die Idee mit einem Linux-Anwenderrechner ganz schnell wieder aus dem Sinn.
Aber die Servervorteile überzeugten mich. Ein Webserver, eine Firewall, ein Mailserver, ein FTP-Server und all das ohne resourcenfressende grafische Oberfläche!
Das war damals schon wichtig. So ein K6 mit 380MHz ist kein DeepBlue - da muss man sich jeden Flop einteilen.
Der DSL-Server reichte bald nicht mehr und so wechselte ich auf einen virtuellen Server im Netz und auf die Linux-Distribution Debian woody. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und da schien Debian eine gute Mischung zwischen guter und ordentlicher Konsolenarbeitstools (bspw. apt oder nano) und einer stabilen Sicherheitsphiliosophie zu sein. Wenn ich jetzt sagen würde: "Debian ist super hat - alles hat problemlos funktioniert" - wäre ich ein Lügner. Alleine der Mailserver hat mir Monatelang schlaflose Nächte beschert. Debian woody + Postfix kannte kein SMTP-Login. Nur dieses After-POP3-Login... ein unhaltbarer Zustand. (Hier noch mal ein ganz großes liebes Dankschön an meine Frau - sie hatte da viel Geduld mit mir und hat mich getröstet, wenn Postfix mal wieder die Spams rein, aber meine Post nicht raus gelassen hat - DANKE.)
Aber Debian Sarge und Debian Etch bügelten das alles wieder aus... Ohne Probleme habe ich schon fünfmal den Server (Provider) gewechselt - und konnte problemlos alle Einstellungen mitnehmen. Unter Windows wäre das wahrscheinlich nicht so einfach gewesen. Mittlerweile liegt mein Rekord beim Umzug von einem Server auf den anderen bei 4 Stunden (Apache, MySQL, Postfix, Courier, FTP, Teamspeak, Backup-Dienst und die dazugehörigen Accounts).
Jetzt möchte ich auf einem Server kein anderes Betriebssystem...
Mein Suse-Exkurs
Derzeit quälle ich mich ein Wenig mit OpenSuse und Novell Suse Linux Entprise Server rum. Das ist einfach nicht das Selbe wie Debian. Alleine dieses Yast lässt mich immer erkrausen. Warum diese grafische Oberfläche - selbst im Terminal? Weil man es kann?
Ich bin da eher der Purist: In Sachen Serverkonfiguration gehe ich immer noch am liebsten in die Konfigurationsdateien des Serverdienstes. Yast kommt einer eierlegenden Woll-Milchsau doch gefährlich nahe... und dieses Programmart mag ich nicht - sie können meist nicht alles, was möglich ist und das, was sie können, häufig auch nicht so richtig.
Das Einzige, was ich wirklich gut an Suse finde, dass Suse sich als einzige Distribution konsequent an die Verzeichnisstandards hält und die Webserverinhaltsdaten in das Verzeichnis /srv/... und nicht ins /var/www/... packt. Sonst habe ich noch keinen Vorteil von Suse gefunden...